Vorzeitige Ejakulation

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Die vorzeitige Ejakulation wird auf Latein auch „Ejaculatio praecox“ (frühzeitiges Auswerfen) genannt und gehört zu den sexuellen Störungen des Mannes. Kennzeichnend ist, dass dieser nicht in der Lage ist, den Zeitpunkt des Samenergusses selbst zu steuern und zu früh zur Ejakulation kommt. Als Folgen können Konflikte in der Partnerschaft sowie eine herabgesetzte sexuelle Zufriedenheit mit einem verstärkten Leidensdruck resultieren. Die vorzeitige Ejakulation ist die häufigste Funktionsstörung der Sexualität von Männern unter 60 Jahren, die Häufigkeit dieser Störung wird auf über 20 Prozent geschätzt. Normalerweise beträgt die Zeitspanne zwischen der ersten Penetration der Scheide durch den Penis bis hin zur Ejakulation bei gesunden Männern im Durchschnitt etwa fünfeinhalb Minuten.

Medikamente gegen vorzeitigen Samenerguss

Ein bewährtes Medikament gegen die vorzeitige Ejakulation ist Priligy, das als Tabelette eingenommen wird. Cremes wie z.B. Lidocain oder Emla Creme wirken lokal betäubend und schränken damit auch den sexuellen Genuss ein.

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Was ist ein vorzeitiger Samenerguss

Die Definition einer vorzeitigen Ejakulation ist unterschiedlich im Bezug auf die Zeitspanne bis zu ihrem Auftreten. Grundlegend dabei ist, dass es während des Geschlechtsverkehrs oder anderen Stimulationen zu einem vorzeitigen Samenerguss des Mannes kommt. Meistens wird die Ejaculatio praaecox aber durch drei Kriterien gekennzeichnet. Das erste Kriterium ist dabei, dass die Zeitspanne zwischen dem Eindringen des Penis in die Vagina und der Ejakulation als zu kurz empfunden wird. Als zweites ist charakteristisch, dass keine ausreichende Kontrolle über den Samenerguss besteht. Dies führt als drittes Charakteristikum für die Betroffenen zu einem starken Leidensdruck. Probleme in der Partnerschaft, Angst und Frustration bis hin zu einem Verzicht auf Sex können die Folgen dieser fehlenden Ejakulationskontrolle sein.
Die aktuelle Leitlinie zur Behandlung und Diagnose der vorzeitigen Ejakulation aus dem Jahr 2010 beinhaltet eine Definition der lebenslang auftretenden Form des vorzeitigen Samenergusses. Nach dieser erfolgt der Samenerguss bei den Betroffenen immer oder fast immer in einer Zeitspanne innerhalb etwa einer Minute nach Penetration der Scheide durch den Penis. Es besteht generell bei jeder oder fast jedem Einführen des Gliedes in die Scheide die Unfähigkeit, eine Ejakulation bewusst hinauszuzögern. Negative Folgen sind auch hier Leidensdruck und Frustration bis hin zur Vermeidung von sexuellen Kontakten.
Die stärkste Form der vorzeitigen Ejakulation ist die so genannte „Ejaculatio ante portas“, bei welcher der Samenerguss schon vor dem Einführen des Gliedes in die Scheide stattfindet.

Medikamente und Übungen gegen die vorzeitige Ejakulation

Als Therapiemaßnahmen für die vorzeitige Ejakulation stehen verschiedene paartherapeutische und sexualtherapeutische Möglichkeiten zur Verfügung. Zudem gibt es auch medikamentöse Therapieoptionen. Paartherapeutische Maßnahmen unter Einbezug der Partnerin oder des Partners wirken sich durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Problem häufig positiv auf die Störung aus. Sexualtherapeutisch wird dagegen oft mit der so genannten „Squeeze-Technik“ und der „Start-Stopp-Methode“ nach Masters und Johnson gearbeitet. Beide Techniken sind jedoch bei der lebenslangen Form der vorzeitigen Ejakulation nicht dauerhaft wirksam. Bei der „Squeeze-Technik“ soll zunächst die bewusste Wahrnehmung des Mannes durch ein Sensualitätstraining geschult werden. Nach einer Stimulation des Penis bis hin zur Erektion wird der Penis durch die Frau oder den Mann „gequetscht“, wenn dieser das Gefühl einer kurz bevorstehenden Ejakulation hat. Der Drang zum Samenerguss lässt dadurch nach, und es soll eine etwa 20 Minuten dauernde Phase mit abwechselnder Stimulation und „Squeezing“ des Penis erfolgen. So lernt der Mann nach und nach, seine Erregung zu kontrollieren und diese Fähigkeit bei fortgeschrittener Kontrolle auch auf den Geschlechtsverkehr zu übertragen. Die „Stopp-Start-Technik“ ähnelt der Situation beim normalen Geschlechtsakt stärker als die „Squeeze-Technik“. Hierbei wird ebenfalls eine bessere Wahrnehmung der eigenen Erregung trainiert. Dies geschieht zunächst über Masturbation, welche immer kurz vor der Ejakulation abgebrochen wird. Nach diesem „Stopp“ beginnt der Mann erneut mit der Masturbation („Start“) und wechselt über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten zwischen diesen beiden Phasen. In der zweiten Stufe wird dann das „Stopp“-Signal in den Geschlechtsverkehr mit einbezogen. Der Mann signalisiert der Partnerin oder dem Partner kurz vor dem Samenerguss, dass die Stimulation gestoppt werden soll und kann diesen so länger herauszögern.
Die medikamentöse Therapie als weitere Behandlungsmöglichkeit erfolgt durch Psychopharmaka, Alphablocker und Betablocker sowie lokale Betäubungsmittel.

Gründe und Ursachen für den vorzeitiger Samenerguss

Die Ursachen der vorzeitigen Ejakulation sind noch nicht komplett geklärt. Als Resultat intensiver Forschung in den letzten 20 Jahren geht man aber heute davon aus, dass zum Teil körperliche und neurobiologische Gründe der Störung zugrunde liegen. Die in der Vergangenheit vertretene Annahme, dass die frühzeitigen Ejakulation allein psychologische Ursachen hat, gilt mittlerweile als veraltet.
Generell wird bei der Ejaculatio praecox zwischen der primären lebenslangen und der sekundären erworbenen Form unterschieden. Bei der lebenslangen Form liegt seit dem Beginn der sexuellen Aktivität eine vorzeitige Ejakulation vor. Auch bei der Masturbation kann die Kontrolle des Samenergusses eingeschränkt sein. Neuere Untersuchungen gehen unter anderem von einem zum Teil genetisch bedingten und veränderten Serotoninhaushalt als Grund aus. Bei der erworbenen Form hingegen liegt dagegen meist eine Erkrankung zugrunde, welche zu vorzeitiger Ejakulation führt. Dabei kann es sich um eine Entzündung der Prostata, um Erkrankungen der Schilddrüse, erektile Dysfunktion oder auch psychische Erkrankungen handeln. Charakteristisch für die erworbene Form ist immer, dass sie erst im Laufe der Zeit auftritt und es vorher eine Phase mit normalen Ejakulationen gegeben hat.
Einen weiterer auslösender Aspekt der vorzeitigen Ejakulation als sexuelle Funktionsstörung stellen auch Probleme und Stress in der Paarbeziehung dar. Eine große Zahl der Betroffenen hat Schwierigkeiten mit der Partnerin oder dem Partner. Diese Probleme können zur erworbenen Form des vorzeitigen Samenergusses führen, sie können aber auch die Symptome der lebenslangen Form verschlimmern.

Unterschiedliche Formen des vorzeitigen Samenergusses

Die Diagnostik der vorzeitigen Ejakulation als sexuelle Funktionsstörung erfolgt zunächst über Gespräche mit dem behandelnden Arzt. Dieser findet mit Hilfe verschiedener Fragen heraus, ob es sich um die primäre lebenslange oder die sekundäre erworbene Form der Störung handelt. Dabei geht es nicht allein um die individuelle Wahrnehmung der Zeitspanne bis zur Ejakulation sondern auch um den persönlichen Umgang mit dem Problem durch den Betroffenen und die Partnerin bzw. den Partner. Der Zustand muss zudem dauerhaft bestehen und nicht nur nach einer längeren sexuellen Abstinenz oder im Zusammenhang mit einer neuen Partnerschaft auftreten. Eine körperliche Untersuchung ist ebenfalls sehr wichtig, um organische Ursachen ausschließen zu können. Medizinisch muss die Ejaculatio praecox auch von der spontanen Ejakulation im Wachszustand ohne besondere Reizung (Ejaculatio diurana spontana) abgegrenzt werden, welche bei Jugendlichen in der Pubertät oft vorkommt. Bei älteren Männern dagegen kann es sich auch um eine so genannte Spermatorrhöe handeln. Dies ist eine Störung, bei welcher unkontrolliert Sperma aus dem Penis herausfließt.

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