Stiftung Warentest – Test Apotheke

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Apothekentest der Stiftung Warentest 2014: 38 Apotheken getestet

Die Stiftung Wartentest hat Versandapotheken und Apotheken vor Ort im Jahr 2014 getestet. Hier die Testergebnisse:
Kaum jemand braucht sie nicht mal und verlässt sich beim Kauf oftmals auf die Auskunft der Apotheke. Bei einem Apothekentest der Stiftung Warentest wurden Versand- und Vor-Ort-Apotheken quasi auf Herz und Nieren geprüft. Lediglich acht der 38 geprüften Apotheken wurden positiv bewertet. Überzeugende Testsieger waren die Marien-Apotheke in Hannover, die Dresdner Schumann Apotheke und die Pluspunkt Apotheke in Neu-Isenburg. Die genannten Apotheken erhielten beim Apothekentest die Note „Gut“ und punkteten sowohl in der fachlichen Qualität als auch im Service. Vor allem auf die Risiken und Nebenwirkungen sollten die Mitarbeiter, die in einer Apotheke arbeiten, fachgerecht beraten oder im Ernstfall auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen. Die Apothekenpflicht gibt es, um die Verbraucher zu schützen und darum sind eben nur Apotheken dazu auserkoren, Medikamente auszugeben.

Stiftung Warentest – einige Testsieger

 

Apotheke Testbewertung zum Shop
www.medpex.de

Medpex Apotheke

Testergebnis „GUT“ (2,4)

Versandkostenfrei ab 20 € Bestellwet

Rechnungskauf möglich

Medpex Apotheke

Aponeo Apotheke

Testergebnis „GUT“ (2,5)

Versandkostenfrei ab 50 €

Rechnungskauf möglich

zur Versandapotheke

Versandapo.de

Testergebnis „GUT“ (2,5)

Versandkostenfrei zwischen 0.00-6.00 Uhr Bestellung, sonst ab 20 €.

Kauf auf Rechnung möglich

zur Versandapotheke
www.versandapotheke.de Versandapotheke.de

Testergebnis „BEFRIEDIGEND“ (2,6)

Versandkostenfrei
gilt nur bei Erstbestellung, sonst ab 25 €
Rechnungskauf möglich

zur Versandapotheke
sanicare Apotheke

Sanicare Apotheke

Testergebnis „BEFRIEDIGEND“ (2,7)

Versandkostenfrei ab 20 € Bestellwet

Rechnungskauf möglich

Medpex Apotheke
Docmorris.de Doc Morris Apotheke

Testergebnis „BEFRIEDIGEND“ (2,8)

Versandkostenfrei
gilt nur bei Erstbestellung, sonst ab 20 €
Rechnungskauf möglich

zur Versandapotheke

Wie wurden die Apotheken getestet

Die Apothekerbetriebsordnung wurde 2012 verschärft und verlangt sogar explizit eine Beratung zu „Aspekten der Arzneimittelsicherheit“. Sieben Testaufgaben von der Stiftung Warentest standen an, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der entsprechenden Apotheken gelöst werden sollten. Bei Testaufgabe 1 löste eine Testkundin ein Rezept mit zwei Medikamenten ein: Tamoxifen-Tabletten zur Verhinderung von neuerlichem Tumorwachstum nach überstandenem Brustkrebs sowie Paroxetin-Tabletten gegen Depressionen. Paroxetin schwächt möglicherweise die Wirkung von Tamoxifen. Seit 2010 ist die Wechselwirkung von Paroxetin und Tamoxifen in der Fachpresse bekannt. Die Apotheker sollten auf das bestehende Risiko hinweisen oder sich mit dem verschreibenden Arzt auf Alternativen abstimmen. Lediglich zwei Vor-Ort-Apotheken warnten die Testkundin, sieben Versender taten das schriftlich. Keine Apotheke setzte sich mit dem Arzt in Verbindung.

2. Testaufgabe

In der zweiten Testaufgabe von Stiftung Warentest gab eine Kundin an, ihr Mann nehme sieben verschiedene Medikamente und bat die Apotheke, die mitgebrachte bzw. mitgesandte Medikamentenliste zu prüfen. Drei Wechselwirkungen waren zu entdecken. Vier Vor-Ort-Apotheken und fünf der Versandapotheken erwähnten alle möglichen Wechselwirkungen. Keine einzige Vor-Ort-Apotheke recherchierte gründlicher, obwohl die Kundin erwähnte, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen.

3. Testaufgabe

In Testaufgabe 3 wurde einer Osteoporose-Patientin Tabletten mit dem Wirkstoff Alendronsäure verordnet, die mit einem Präparat mit Vitamin D und Kalzium ergänzt ist. Die Kundin sollte auf einen Abstand von mindestens 30 Minuten bei der Einnahme beider Medikationen hingewiesen werden. Sie sollte in der Zeit auch weder essen noch trinken. Acht Vor-Ort-Apotheken gaben keinen Hinweis, obwohl die Kundin sich nach der optimalen Einnahme beider Präparate erkundigte. Nur zwei Versender-Apotheken wiesen die Kundin nicht explizit darauf hin.

4. Testaufgabe

Testaufgabe 4 bezog sich auf die Frage, ob das Nahrungsergänzungsmittel Femi Flavon für starkes Schwitzen verantwortlich sein könnte. Das Mittel nimmt die Freundin der Kundin gegen ihre Wechseljahresbeschwerden. Die Apotheker sollten nachfragen, da Schwitzen auf Probleme mit der Schilddrüse auslösen könnte und der Kundin zum Arztbesuch raten. Ein Drittel der Vor-Ort-Apotheken und die Hälfte der Versand-Apotheken riet zum Arztbesuch. Lediglich vier örtliche und drei Versand-Apotheken fragten bei der Kundin nach.

5. Testaufgabe

Bei Testaufgabe 5 nahm ein Mann gegen Halsschmerzen das Pflanzenpräparat Umckaloabo. Das Medikament ist ausschließlich bei einer akuten Bronchitis empfohlen und erhöht möglicherweise die Wirkung des Blutverdünnungsmittels, das der Mann ebenfalls auf Dauer nimmt. Diese Information bekamen aber nur jene Apotheken, die nachfragten. Generell sollten sie zum Arztbesuch und Abklärung der Symptome raten. Die meisten Vor-Ort-Apotheken empfahlen alternative Präparate. Nur 6 von 17 Versender erkannten das Problem. Wenige Apotheker rieten tatsächlich zu einem Arztbesuch.

6. Testaufgabe

Mittelpunkt von Testaufgabe 6 war ein zweieinhalbjähriges Mädchen mit Brechdurchfall. Die Mutter erkundigte sich, ob das Kind Vomex-A-Zäpfchen aufgrund der Übelkeit bekommen dürfte und bat um ein Mittel gegen den Flüssigkeitsverlust. Die Apotheker sollten sich nach Alter, Gewicht und die Schwere der Symptome erkundigen und den Flüssigkeitsverlust begrenzen. Bei ausbleibender Besserung wäre ein Arztbesuch unerlässlich. Auch der Hinweis, dass bei einer zu hohen Dosierung von Vornex A Krämpfe drohen, sollte fallen. Der Großteil der Vor-Ort-Apotheken recherchierte in diesem Fall gründlich. Vier örtliche Apotheken gaben bei der richtigen Dosierung den fünffachen Wert an. Abgeraten wurde von dem Mittel trotz der möglichen Nebenwirkungen selten.

7. Testaufgabe

Bei der Testaufgabe 7 bekam ein Mann auf Privatrezept eine Lösung zur Wundbehandlung. Aufgabe an die Apotheker war es, die entsprechende Lösung fachgerecht herzustellen und korrekt zu beschriften. Beim bewusst eingeführten Fehler in der Dosierung sollten die Apotheker reagieren und sich mit dem Arzt in Verbindung setzen. Fünf Apotheken führten die Bestellung mit einer falschen Konzentration durch, zwei Apotheken mit zu hoher Konzentration. Manche Apotheken stellten die Lösung gar nicht her, obwohl sie dazu verpflichtet wären.

Bewertung der Apotheken

Obwohl die Apotheker in manchen Fällen gewissenhafter arbeiten müssten, muss festgehalten werden, dass sie für Fehler mithaften. Besonders bei Präparaten, die ohne eine ärztliche Verschreibung an die Patienten ausgegeben werden, tragen allein die Apotheken die Verantwortung für die Sicherheit der Menschen. Manche rezeptfreie Arzneien und Nahrungsergänzungsmittel scheinen harmlos, könnten aber auch schaden. Darum ist Beratung durch die Apotheker auch so wichtig. Die Apothekenbetriebsordnung besagt, dass Mitarbeiter bei einer Selbstmedikation klären müssen, welches Mittel am besten geeignet ist oder die Konsultation durch einen Arzt empfehlenswerter ist. Auch wenn ein Patient ohne Rezept in die Apotheke kommt und ein Medikament verlangt, entlässt er damit nicht die Apotheke aus ihrer Verantwortung. Die Mitarbeiter sind entsprechend geschult und müssen beraten, den Kunden über mögliche Risiken, vor allem Wechselwirkungen und etwaige Nebenwirkungen informieren.

Apothekenpäckchen dürfen nicht zum Nachbarn

Neben der Beratung sollten sich Kunden näher informieren, denn auch beim Datenschutz kann es bei manchen Versender-Apotheken zu Datenlecks und Problemen kommen. Das Gesetz sieht vor, dass nur der Besteller selbst oder eine von ihm genannte Person das Päckchen mit den Arzneien in Empfang nehmen darf. Es darf nicht an Nachbarn oder gar an Minderjährige übergeben werden, was beim Apothekentest jedoch auch nicht immer gesetzeskonform ablief. Es lohnt sich als, bei seriösen Medikamentenversendern zu bestellen, die in einem Behördenregister zu finden sind. Manche Apotheke im Internet kann günstiger anbieten, oftmals kommen noch Versandkosten dazu.

Ratschläge beim Apothekenkauf

Im eigenen Interesse der Konsumente rät Stiftung Warentest, sich genügend Zeit für eine ausführliche und kompetente Beratung in der Apotheke zu nehmen und möglichst genau über die auftretenden Symptome zu sprechen. Man kann seinen Apotheker durchaus bitten, aktuelle Medikamente auf mögliche Wechselwirkungen zu prüfen. Im Zweifelsfall oder bei noch offenen Fragen nachhaken oder eine zweite Meinung einholen. Das gründliche Studium des Beipackzettels ist empfehlenswert, das eigenmächtige Absetzen eines Medikaments nicht. Wer im Internet bestellt, sollte auf eine gute Beratung achten sowie den Erhalt einer Rechnung bei Lieferung.

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